Vor allem junge Versicherungsnehmer entschließen sich zum Abschluss der geförderten Versicherung, um mit dem Vertrag für ihre eigene Pflege vorzusorgen. Die privaten Versicherer ließen über ihren Verband Ende Juni 2013 erstmals Zahlen zum Pflege-Bahr veröffentlichen, die Hoffnung machen.

Eine vierstellige Zahl von gesetzlich Versicherten entschließt sich täglich zum Abschluss eines Vertrages.

Verkaufshit bei den Jungen

Die Zahlen, die der PKV-Verband jetzt vorlegte, liefern Grund zum Feiern. Verbandschef Reinhold Schulte nannte die Größenordnung von rund 125.000 Personen, die eine geförderte Versicherung über die zusätzliche Pflege zwischen Januar bis Mai 2013 abgeschlossen haben.

Damit sei der Pflege-Bahr ein voller Erfolg, so Schulte. Täglich schließen etwa 1.000 Versicherungsnehmer einen Vertrag ab, darunter sehr viele Menschen aus der Altersgruppe der 25- bis 35-Jährigen. Deren Anteil liegt bei 40 %, wie der PKV-Verband per Sonderumfrage ermitteln konnte.

Der Demografie-bedingte Anteil junger Versicherungsnehmer muss nicht unbedingt verwundern, denn gerade Jüngere haben die Problematik der Pflege in den kommenden Jahrzehnten vor Augen und möchten sich die Förderung der Versicherung jetzt sichern.

Gesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) bekräftigte in einem ersten Statement, dass sein Kalkül damit aufgegangen sei. Er hatte sich an der geförderten Riester-Rente orientiert. Diese habe sich in der Altersvorsorge bewährt, dasselbe Prinzip könne in der Pflege nicht falsch sein, so Bahr.

Gleichzeitig bekannte sich der Minister zum dualen Krankenversicherungssystem aus gesetzlichen und privaten Kassen, denn der Wettbewerb wie die Kooperation der beiden Systeme komme den Menschen zugute. Bedeutsam ist das deshalb, weil der Pflege-Bahr eine Zusatzversicherung für gesetzlich krankenversicherte Personen darstellt, die gleichzeitig von den privaten Versicherern angeboten wird.

Einleuchtende Funktionsweise der Versicherung

Ein Pflege-Bahr wird vom Staat mit 5,- € monatlich bezuschusst, wenn der Versicherungsnehmer mindestens 10,- € in den Vertrag einzahlt. Er kann seine Einzahlungen auch erhöhen und damit maximal das Doppelte der gesetzlich vorgeschriebenen Pflegekosten versichern (in der Pflegestufe III aktuell etwas über 1.500,- € pro Monat).

Die Versicherung wirkt also wie jede private Pflegezusatzversicherung plus Förderung per Zuschuss, wie das auch bei den Riester-Renten geschieht. Selbst das Verhältnis der Zuschüsse fällt in etwa kongruent aus, beim Riester sind es 154,- € pro erwachsenem Sparer und Jahr, beim der geförderten Pflegeversicherung nach Daniel Bahr sind es 60,- €.

Da Pflegeversicherungen bei Weitem nicht so kostenträchtig sind wie eine Rentenpolice, wirkt das Verhältnis stimmig und sogar großzügig zugunsten der Pflege.

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